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Linke Dekadenzängste

In der ZeitGeschichte-Ausgabe „Die Jahre der Terrors“ (Ja, damit ist der Deutsche Herbst gemeint) kommt die ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett(eine der „Unbelehrbaren“, die sich die deutsche Öffentlichkeit angesichts des ausgebliebenen Zu-Kreuze-Kriechens Christian Klars ausgemalt haben muss) zu Wort. Die Folgen ihres „Erweckungserlebnisses“(„…eine Nordafrikareise. Sie ist 25, ein Hippiemädchen, das angesichts der Bettler- und Krüppelheere einen Elendsschock erleidet" ) werden durch eine Passage ihrer Memoiren illustriert:

 

„ ‚Zurück kam ich völlig verwandelt. Erbittert, empört und nicht mehr bereit, auch nur ein Jota auf die verlogenen Rechtfertigungen der Eliteländer […] zu geben.’ “

 

Nicht, dass „Bettler –und Krüppelheere“ einen humanistisch Veranlagten kalt zu lassen hätten. Die Verarbeitung dieses Erlebnisses gerät nun aber ziemlich pathologisch:

 

„Sie reinigt ihre Kreuzberger Wohnung von ‚Mummenschanz’ und ‚Szene-Konsum-Kitsch’.

 

Ich wollte Klarheit, Eindeutigkeit, Einfachheit. Ich mied die Kaufhäuser, die Luxusstraßen. Sie ekelten mich. Der Überfluss ist obszön’

 

Das bekam ich schon Gänsehaut.

 

Urprotestantischer, sektiererischer Distinktionsgewinn, Hass auf die entfaltete westliche Moderne:

 

Dies nur als Exempel für so einiges, das anderorts  erkannt worden ist.

 

13.11.07 12:00
 



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