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Webnews







Zum Einstand: Polemik

11.11.07 14:54


Einheitsbrei-Deutschland wird frischfrommfröhlichfrei 18

Der „Zündfunk“ lässt  unter dem gruhuseligen Titel “Deutschland  wird erwachsen“ Jugendliche zu Wort kommen, die unter dem Motto „ 18 Jahre Deutschland-18 Jahre intellektuelle Stagnation“ besser aufgehoben wären.
Dass ich ja nun selbst nur unwesentlich älter bin als diese am 9. November Geborenen, macht mir nur die verhängnisvolle Tatsache bewusst, dass man ja auch aus dem Zwangskollektiv „Generation“ nicht austreten kann- also ist Fremdschämen bitter nötg.
Denn:
09.11.-war da nicht was? Eine der 18-jährigen schwärmt für den entkrampften US-amerikanischen Patriotismus(den kennt sie nämlich aus der Nähe, „voll gutes Gefühl“,das) , sinniert darüber, dass man hierzulande ja wohl gleich in die Naziecke verwiesen wird, sobald man…, was ja sehr schade, da wir ja…, und irgendwie ein gesunder Patriotismus etc ad nauseam.
Da hätten wir ja die Fallstricke dieses leidigen Datums umgangen-aber warum so verdruckst, warum den Patriotismus immer anregen, erträumen, anstoßen…wenn die WM als nationales Erweckungserlebnis dieser Generation so prägend war, warum dann nicht fröhlich weiter im Deutschtaumel bis hin zur Totalentkrampfung? Ungefähr spricht sich hier aus, was  auch diese Vertreter der Generation (Motto:„Ich wär so gern Deutschland, irgendwie“ )unbegriffen, als heilsames Tabu, verschleppt mit sich herumtragen: Das Wissen, dass deutscher Nationalismus mit Auschwitz nicht zu machen ist, nur unter seiner Umgehung , Leugnung, Sakralisierung, Emotionalisierung…aber das sind ja Basisbanalitäten, zu simpel für „eine Generation, die keine Mauer mehr kennt“(Zündfunk)
Deutschlands Jugend also (ich spreche da etwas aus der „Mitgehangen, mitgefangen“-Perspektive  ) wünscht sich endlich eine Obrigkeit, die ihr den gesunden Patriotismus verordnet, sie freispricht von jedem Versuch, „Deutsches“ irgendwie noch zu bestimmen, ein Staat unter anderen , Einheitsbrei im besten Sinne, und gerade dieses konturlose , geschichtsfreie   ’TSCHLAND wäre es, dass eben die ideale Projektionsfläche für alle und alles abgäbe, eben den orgiastischen Rausch ohne Inhalt(nein,das ist nicht der Nationalismus von 1933ff… aber auch dieser könnte sich da unerkannt einreihen)
Aber warum, liebe Deutschlandwiedergutfindenwollende, darfst du den den identitären Orgasmus nur als Privatgefummel darbieten? Eine Erklärung bietet da immer die NPD:die „linken Spießer und Pauker“(so die „Schulhof-CD" ) haben sie dir madig gemacht, jawoll!
 
Wehe, wenn diese Deutschnormjugend sich diese Rationalisierung einmal zu eigen machen sollte und die letzten Fesseln des politisch Korrekten sprengt-Hauptsache schwarzrotgold(und schwarzrotgold kann alles sein, das ist der Vorteil gegenüber den ja eigentlich noch viel unverkrampfteren Hakenkreuzgeschichten), sie würde alles machen als Manövriermasse des Kapitals(i.e. ihrer selbst!)
„Sie sind die jungen Deutschen im jungen Deutschland!“(Zündfunk)
(Dass der US-amerikanische Patriotismus für etwas völlig anderes einsteht, will ich jetzt nicht ausführen...)

11.11.07 15:05


Termine (Frankfurt/Main)

Am kommenden Dienstag, den 13.11., spricht Ephraim Lapid, IDF-General a.D.,auf eine Einladung der Dt.-Israelischen Gesellschaft hin zur Iran-Frage: genaueres hier

 

Montag darauf ist Hendryk M. Broder im Frankfurter Presseclub zu erleben:Info

 

 

Und am Tag darauf wiederum (20.11) sind im Rahmen einer Reihe zum Deutschen Herbst in der Naxoshalle drei Filme zu sehen(wobei ich den Bezug zur RAF in "Nacht und Nebel" nicht erkennen kann...außer man wollte behaupten/suggerieren, es handle sich bei jener um die verspätete Antwort auf nazifaschistischen Terror oder gar um die nächsten Opfer---der Traditionslinken ist viel zuzutraun)

 

 

 

11.11.07 15:38


Ausufernde Überlegungen zum Antikommunismus

Es ist in der Tat zu beobachten, dass das ausgeprägte antikommmunistische Ressentiment, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur als Antisemitismusersatz entdeckte, sondern eben auch zuvor schon als ein ideologisches Versatzstück  des NS existente Antibolschewismus, in den Analysen  des bestehenden und gerade auch vergangenen Faschismus, wie sie von der undogmatischen Linken betrieben werden, zunehmend übergangen wird.
Das ist gar nicht sonderlich unverständlich: über traditionskommunistische Geschichtsklitterung braucht man gegenüber aufgeklärten Menschen kein Wort zu verlieren.
Aber neben Überlegungen zu Querfronten und Schnittmengen gesamtdeutscher wie auch speziell ex-realsozialistischer Revisionismen und Sehnsüchte kann auch Empirie nicht schaden:
Gegen z.B.  Le Pens nach 1990 geäußerte Einsicht, dass nun nicht mehr „der Kommunismus“ - in der extremen Rechten damals wie heute eine von realiter bestehenden kommunistischen Strömungen losgelöste projektive, wahnhafte Chiffre – der Hauptfeind zu sein habe, sondern „der vaterlandslose Liberalismus und Atlantizismus “- eine nicht minder wahnhafte Chiffre, aber ebenfalls nicht bloß etwas Pathologisches, sondern auch Ausdruck politischer Praxis und als solche ernstzunehmen - steht eben die nicht zu leugnende Tatsache , dass der FN nach wie vor sein Profil als rassistische, extrem konservative (also eben nicht  faschistisch-revolutionäre) Partei ganz und gar nicht verloren hat (lebendig ist, auch nach dem Weggang Mégrets, der „national-republikanische“ Flügel, ebenso finden wir katholische Fundamentalisten und vehemente Regionalisten). Es dürfte also  nicht der Wahlhilfe durch Figuren wie Alain Soral zu verdanken sein, dass  der FN über eine stabile Stammwählerschaft verfügt- im Gegenteil ließe die sich eher verschrecken durch offen antisemitischen Antikapitalismus. (Andererseits ließe diese Gruppe sich durch einen offensiv knallrechten Demagogen aus den Reihen der Konservativen - nach F.-J. Straußens Modell „keine Partei rechts der CDU“- vielleicht abwerben. Aber Politikberatung soll meine Sache hier nicht sein.)
(---Aber wie immer muss eben auch hier konzediert werden, dass die deutschen Verhältnisse ganz andere sind: Dass ein Querfrontmilieu auch z.B. in Italien Tradition hat, mag zwar stimmen- dort allerdings nahm es sich schon vor dem ersten Weltkrieg als „national-syndikalistisches“ ganz anders aus als die deutsche Faschismus-Ursuppe aus verquaster Germanentümelei, chronisch gekränktem Nationalstolz und regressivem Antikapitalismus.
Und diese Ursuppe ist hierzulande heute wiederum attraktiv (allerdings nicht „ungebrochen“, wie ich fast gesagt hätte, sondern in der Tat vor 1990 oft durch Antikommunismen überlagert) : unbegriffen im Fußvolk, deutlicher, artikulierter in den neuen „Theoriezirkeln“ (à la „Thule- Seminar“ oder „Dresdner Schule"  ---)
Zu meiner Ausgangsthese: in seinem Blog wundert sich Daniel Kulla :

 „Zum 90. Jahrestag der bolschewistischen Machtübernahme in Rußland 1917 haben die ganz besonders Deutschen damalige und heutige Anwandlungen von Querfront und Nationalbolschewismus spontan vergessen. Im Sonderheft ihres von Gert Sudholt herausgegebenen Kiosk-U-Boots “Deutsche Geschichte” - in dem sonst vor allem alliierte Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg, Lügen über die guten Nazis und andere antideutsche Machenschaften in der Geschichte verhandelt werden - erklären sie noch einmal genau, wovor die Nazis den Rest der Welt zu retten versuchten.“

Das bräuchte eigentlich nicht zu wundern- hätte man sich nicht hie und da etwas zu reichlich der Totalitarismustheorie bedient(„antikapitalistisches Kameradschaftstreffen in Heiligendamm“- und das ist nicht  auf die Nazi-Mobilisierung zum G8 gemünzt!)-oft allerdings ist die Polemik auch angemessen!-, und Ereignisse wie die Oktoberrevolution, überhaupt die deutsche Geschichte vor 1933 , die eben immer auch quer liegen zu nur am Tagespolitischen gewonnenen Betrachtungsweisen, gerne ausgespart. Chic ist es in einer Fraktion der Linken nach wie vor, die – Einsicht ebenfalls von Kulla geborgt- Schulbuchgeschichtsschreibung der DDR zu revitalisieren, chic ist es -befürchte ich-  in einer anderen, weniger denkfaulen, jede kommunistische Bewegung  vor dem endgültigen Scheitern der bürgerlichen Emanzipationsbestrebungen (darunter fallen für mich noch Lenin oder Luxemburg) mit Auschwitz, dem Hohn über die bessere Welt in den faschistischen Vernichtungslagern, schon in den Ruch eben des Nazifaschismus zu stellen.
 
Bedeutet all das aber umgekehrt auch, dass z.B. der „Kommunismus“ eines Gruselblatts wie der Jungen Welt ,jener Lafontaines , der „Sozialismus“ der kubanischen Altherrenriege noch ein letztes emanzipatorisches Moment  in sich tragen sollte, fernes Echo einer gescheiterten Bewegung wie etwa  der Novemberrevolution(die ja in nicht allzuferner Zukunft auch feuilletonistisch ausgeschlachtet werden wird…bin schon sehr gespannt), die angesichts des Wahnsinns eines ersten deutschen Angriffskrieges noch die politische Praxis einer Selbstkritik des bürgerlich-aufgeklärten Bewusstseins hätte sein können, ohne hinter dessen Stand zurückzufallen?
12.11.07 13:51


Das macht Laune!

"Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran zeigen Wirkung. Die im Folgenden aufgeführten Berichte deuten die Probleme an, denen sich der Iran in diesem Zusammenhang nun gegenübersieht.

1. Der Generaldirektor der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft (NIOC) hat mitgeteilt, er rechnete im Anschluss an die Öffnung von Angebotsumschlägen (tender envelopes) für 17 Blöcke (von Gas- und Ölfeldern, die zum Angebot standen) damit, dass über drei von ihnen (!) eine Übereinkunft erzielt werden würde. Es sei daran erinnert, dass der Iran die Ausschreibungsphase nach einem großen Treffen in Wien im Februar 2007 um einen Monat verlängert hat, um Investoren für diese Projekte zu gewinnen. (Mehr News Agency, 4.11.)

2. Im Rahmen der Bemühungen, ausländische Investoren zu gewinnen, hat der amtierende iranische Ölminister Nizari gewarnt, der Iran würde mit lokalen Firmen zusammenarbeiten - so wie er kürzlich mit einer lokalen Firma einen Vertrag über ein Flüssigerdgaskraftwerk geschlossen hat - , wenn ausländische Firmen nicht schnell Verträge mit dem Iran unterzeichnen würden. (AFP, 5.11.)

3. Ein Vertreter der Bank of Iran hat mitgeteilt, dass de facto alle wichtigen europäischen Banken die Zusammenarbeit mit dem Iran eingestellt hätten. Er sagte, es sei geradezu unmöglich, USD-Überweisungen an den Iran zu tätigen, lediglich Euro-Überweisungen, und selbst dies werde immer problematischer, da nur noch drei europäische Banken bereit dazu seien, Kapital in den Iran zu transferieren. (AFP, 4.11.)

4. Ein iranischer Geschäftsmann hat berichtet, dass der Import von Fertighäusern aus Australien gescheitert sei, da sich die australischen Banken geweigert hätten, einer iranischen Firma Kredit zu gewähren. Selbst asiatische Banken in Südkorea und China wurden die Geschäfte mit dem Iran einschränken. Die großen Banken Chinas  würden sich inzwischen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen in den USA und der Furcht vor einer amerikanischen Reaktion weigern, mit dem Iran zusammenzuarbeiten. Daher müssten iranische Banken mit kleinen Banken in Asien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeiten, und das in dem Bewusstsein, dass selbst diese Kooperation jeden Moment enden könnte. Das Ergebnis sei, dass iranische Geschäftsleute bar zahlen oder Güter über Dritte (offensichtlich Dubai) importieren müssten, was die Preise erheblich erhöht. (AFP, 4.11.)"

(Außenministerium des Staates Israel, 11.11.07)

13.11.07 10:55


Linke Dekadenzängste

In der ZeitGeschichte-Ausgabe „Die Jahre der Terrors“ (Ja, damit ist der Deutsche Herbst gemeint) kommt die ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett(eine der „Unbelehrbaren“, die sich die deutsche Öffentlichkeit angesichts des ausgebliebenen Zu-Kreuze-Kriechens Christian Klars ausgemalt haben muss) zu Wort. Die Folgen ihres „Erweckungserlebnisses“(„…eine Nordafrikareise. Sie ist 25, ein Hippiemädchen, das angesichts der Bettler- und Krüppelheere einen Elendsschock erleidet" ) werden durch eine Passage ihrer Memoiren illustriert:

 

„ ‚Zurück kam ich völlig verwandelt. Erbittert, empört und nicht mehr bereit, auch nur ein Jota auf die verlogenen Rechtfertigungen der Eliteländer […] zu geben.’ “

 

Nicht, dass „Bettler –und Krüppelheere“ einen humanistisch Veranlagten kalt zu lassen hätten. Die Verarbeitung dieses Erlebnisses gerät nun aber ziemlich pathologisch:

 

„Sie reinigt ihre Kreuzberger Wohnung von ‚Mummenschanz’ und ‚Szene-Konsum-Kitsch’.

 

Ich wollte Klarheit, Eindeutigkeit, Einfachheit. Ich mied die Kaufhäuser, die Luxusstraßen. Sie ekelten mich. Der Überfluss ist obszön’

 

Das bekam ich schon Gänsehaut.

 

Urprotestantischer, sektiererischer Distinktionsgewinn, Hass auf die entfaltete westliche Moderne:

 

Dies nur als Exempel für so einiges, das anderorts  erkannt worden ist.

 

13.11.07 12:00


Antiwestliche Politpsychose par exellence

>>" Die Rabenstunde, veranstaltet von der kleinsten Minorität Frankfurts für andere Excentricer, opponiert gegen ein imperialistisches Culturverständnis, nach dem zwar Hervorbringungen aller möglicher "Ethnien" (ersetzt den Rassenbegriff mit etwa gleicher Bedeutung)zunehmend integriert werden, aber nur wenn sie den Begriffen der Culturindustrie commensurabelsind. Die subtilen, discreten, raffinierten Traditionen, welche, wenn nicht alle so doch diverseCulturen hervorgebracht haben, fallen dabei zugunsten hirnlosen Geschrammels und Gestampfes unter den Tisch. Selbiges gilt dieweil auch für die "westliche" Tradition: Wann immer man das Radio einschaltet drönen entweder kryptofaschistische Popmärsche, überlagert vom angedreht pathetisch-sentimentalen Gebrüll standardisierter Cretins oder symphonische Gewaltorgien des 19.Jh. oz. aus den Lautsprechern.
Ein populistischer Journalist hat jüngst in den U.S.A. ein Buch publiciert mit dem Titel: "Riding Alone is Riding with Bin Laden". Das Collectiv als einzige Rettung gegen die vermeintliche Gefahr, wer sich absondert ist böse, das ist FASCHISTISCHE PROPAGANDA auf die der Populismus geradewegs< hinausläuft. Dieser Mann wird in Talkshows herumgereicht, er scheint nur durch gewisse Kritik an der gegenwärtigen Außenpolitik zu provocieren, der Rest ist schon Mainstream. Für die Kritik (er glaubt nicht, daß man jetzt den 'Irâq bombardieren solle, obgleich er generell für mehr "ass-kickin' by the U.S.A." ist) entschuldigt er sich mit der Beteuerung, daß er die U.S.A liebe, sie seien das beste Land, nicht bloß anders, sondern besser als islamische Länder (was immer das sei), Menschenrechte, freie Wahlen (!) etc. seien BESSER als Autokratie und beheading. Lieber von einem Islamischen Gericht wegen genau definierter Verbrechen zum Kopfabschlagen verurteilt werden als von korrupten U.S. Advocaten und autokratischen, aus Wahlbetrug und von der Industrie finanzierten Werbecampagnen hervorgegangenen Politcliquen auf den elektrischen Stuhl gebracht zu werden, weil man nicht auf dem Heeresweg mitmarschiert. Möglichst jedoch: neither.
Deshalb steht diese Sendung gewissermaßen auf einer geistigen Barrikade, ob auch gleich die zu Gebote stehenden Waffen denen der Culturindustrie quantitativ kläglich unterlegen sind."<<

...'s ist nicht mehr zum lachen...

gefunden hier

 

14.11.07 11:27





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